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Lohmann Tradition

Speziell für alternative Haltungssysteme sind die LOHMANN TRADITION Hennen entwickelt worden. Diese Tiere zeichnen sich schon zu Beginn der Legephase durch hohe Gewichte der gleichmäßig braunen Eier aus.

Lohmann LSL-Classic

Lohmann LSL Hennen sind in den meisten Märkten der Welt fest etabliert. Die Tiere sind sehr leistungsfähig. Die weißen Eier sind qualitativ sehr hochwertig und weisen eine hervorragende Schalenstabilität auf. Aufgrund ihres ruhigen Temperaments ist die Henne an alternative Haltungsformen gut angepasst.

Lohmann Brown-Classic

Als Braunleger empfiehlt sich die LOHMANN BROWN-Classic Henne. Die robusten Tiere sind in vielen Märkten der Welt zu Hause und zeigen eine sehr ergiebige Legeleistung an attraktiv braunen Eiern. Auch diese Henne ist für die alternative Haltung gut geeignet.

R.Pottgüter 1 Futtermittelkundliche Aspekte
 1.3 Aufschlüsselung der essentiellen Wirkstoffgruppe (R.Pottgüter)
  1.3.1 Vitamine

1.3.1 Vitamine

Vitamine sind fast ausnahmslos essentielle organische Verbindungen, die für den Organismus der Tiere lebensnotwendig sind und deren Bedeutung für das Wachstum, die Erhaltung und die Fortpflanzung der Tiere nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.

Vitamine können vom Körper der Tiere nicht oder nur in unzureichendem Maße gebildet werden und müssen deshalb dem Organismus der Tiere ständig zugeführt werden.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erkannte man die Wichtigkeit des Wirkstoffs Vitamin, indem man Tiere mit gereinigten Nährstoffen fütterte und diesem Futter lediglich Mineralstoffe zusetzte. Nach einiger Zeit konnte man bereits Wachstumsstörungen sowie andere Krankheitserscheinungen bei den so ernährten Tieren feststellen.

Die im Laufe der Jahre erkannten und bestimmten Vitamine wurden dann auf Grund ihres Lösbarkeitsverhaltens in zwei Gruppen unterschieden und in fettlösliche und wasserlösliche Vitamine unterteilt.

Fettlösliche Vitamine:
Vitamin A
Vitamin D
Vitamin E
Vitamin K

Wasserlösliche Vitamine:
Vitamin C
Vitamin B1
Vitamin B2
Vitamin B6
Vitamin B12
Biotin
Folsäure
Nicotinamid
Pantothensäure
Cholin

Vitaminmangel
Nur in seltenen Fällen kommt es bei der heutigen Tierfütterung zu einer AVITAMINOSE.
Diese tritt dann auf, wenn ein für den Organismus des Tieres lebensnotwendiges Vitamin im Futterangebot völlig fehlt.
Werden Tiere in ungenügendem Maße mit Vitaminen versorgt, so führt dies nach einiger Zeit unweigerlich zu Störungen im Stoffwechsel und in der Funktion einiger Gewebe.
Diese Vitaminmangelerkrankung wird als HYPOVITAMINOSE bezeichnet.
Die Hypovitaminose zeigt sich in drastischem Leistungsverfall, Wachstumsstörungen, Störungen der Fortpflanzungsfähigkeit, Anfälligkeit für Infektionskrankheiten und in zu geringen Abwehrkräften gegenüber schwächendem Parasitenbefall.
Ist nur ein Vitamin im angebotenen Futter unterdosiert kann in einigen Fällen an der zu beobachtenden Ausfallerscheinung die Hypovitaminose erkannt werden und so, falls keine nicht wiedergutzumachenden Schäden vorhanden sind, wie dies bei einem Vitamin-D-Mangel oft der Fall ist, durch die Gabe eines entsprechenden Vitaminpräparats die Gesundheit des Tieres wieder hergestellt werden.

VitaminmangelMögliche Ursachen für einen Vitaminmangel

a) Ungenügende Vitaminversorgung

b) Erhöhter Vitaminbedarf bei intensivem Wachstum, während der Brutzeit oder der Trächtigkeit, bei der Aufzucht von Jungen, wie Ausstellung, Transport, Umsetzen usw.

c) Erhöhter Vitaminbedarf wegen einer Erkrankung des Magen-Darm-Kanals, die häufig die Verwertung der Vitamine verhindert.

d) Bei einer Erkrankung von Organen, die als Vitamindepot dienen, wie z.B. bei einer Leberzirrhose.

e) Erhöhter Vitaminbedarf entsteht auch bei der Behandlung mit Chemotherapeutika, Sulfonamiden oder Antibiotika.

Bei einer Vitaminmangelerkrankung wird durch die Zufütterung eines guten Vitaminpräparats im allgemeinen der Gesundheitszustand des Tieres sehr rasch verbessert, falls der Vitaminmangel nicht bereits einen irreversiblen gesundheitlichen Schaden verursacht hat.

Wesentlich leichter als die Hypovitaminose, also die Vitaminmangelerkrankung, kann die Hypervitaminose, die Erkrankung durch zuviel Vitamine, behandelt werden. Eine mögliche Überdosierung von Vitaminen kann praktisch nur bei den Vitaminen A und D auftreten, wenn dem Tier mehr als das Hundert- bzw. Tausendfache der üblichen therapeutischen Menge verabreicht wird. Dies zeigt, daß ein Auftreten der Hypervitaminose nur bei schwersten Fütterungsfehlern möglich ist.

Bei der Vitaminversorgung von Tieren muß unter allen Umständen nicht nur die erforderliche Menge jedes einzelnen Vitamins berücksichtigt werden, sondern auch das richtige Verhältnis der einzelnen Vitamine untereinander. Wird auch nur ein Vitamin, der dem Tier angebotenen Vitamine, unterdosiert, kann dies selbst durch erhöhte Mengen aller anderen Vitamine nicht ausgeglichen werden.

Im Folgenden werden nun die einzelnen Vitamine beschrieben.

Vitamin A
Vitamin A kommt nur in Futtermitteln tierischer Herkunft vor. Als bekannt wurde, daß Vitamin A vorwiegend in der Leber gespeichert wird, wurden als Lieferant dieses Vitamins Fischöle und Lebertran verwendet. Wegen der sehr hohen Oxidationsneigung dieser Öle, die den Stoffwechsel der damit gefütterten Tiere enorm belasten, werden sogenannte Seetieröle heute kaum noch verwendet. Viele pflanzliche Futtermittel enthalten Provitamine (Carotine) des Vitamins A, wobei besonders Grünpflanzen eine reiche Quelle darstellen, die dann im Organismus der Tiere in Vitamin A umgewandelt werden können. Das Vitamin A wird häufig als Epithelschutz-Vitamin bezeichnet, da es das Deckgewebe (Epithelgewebe) der Atmungs-, Verdauungs- und Fortpflanzungsorgane vor möglichen Infektionen durch Schleimhautbildung schützt.
Bei einem Mangel an Vitamin A kann es auch zur Schädigung der Sinnesorgane kommen. Ein deutliches Mangelsymptom ist die geringe Sekretion der Augendrüsen, die über eine Nachtblindheit bis zur Austrocknung des Auges führen kann. Bei Jungtieren kann bei einem Vitamin-A-Mangel eine deutliche Wachstumsstörung erkannt werden. Ebenso kommt es bei einem Mangel an Vitamin A zu einer Schwächung der körpereigenen Abwehrkräfte gegenüber Infektionskrankheiten, die durch eine Veränderung der Struktur der Epithelien hervorgerufen wird. In erster Linie sind davon die Atemwege und der Magen-Darm-Kanal betroffen, so daß vor allem Jungtiere bei einem Vitamin-A-Mangel häufig an Lungenentzündung und Durchfall erkranken. Vitamin A kann in der Leber der Tiere gespeichert werden. Die Speichermöglichkeit ist bei Jungtieren durchschnittlich niedriger als bei erwachsenen Tieren, wodurch ein Vitamin-A-Mangel bei Jungtieren wesentlich schneller zu einer Erkrankung führt.

Provitamin A (Beta-Carotin)
Beta-Carotin ist eine Vitaminvorstufe des Vitamins A und kann im Organismus des Tieres zum Vitamin A umgewandelt werden. Das Provitamin Beta-Carotin kommt in grünen Pflanzenteilen in einer Konzentration von 10-200 mg/kg vor und ist auch in der Karotte in hoher Konzentration enthalten.
Carotinoide sind ausschließlich pflanzlichen Ursprungs. Oxidationsprodukte der Carotinoide (Xanthophylle, Zeaxanthin) werden häufig als Naturfarbstoffe verwendet, so z.B. bei der Legehennenfütterung als Dotterfarbstoff oder bei der Ziervogelhaltung als Gefiederfarbstoff. Carotinoide sind in der Natur weit verbreitet und verursachen dort die gelben bis roten Farbtöne. Man findet sie z.B. in Blüten, grünen Pflanzenteilen, in Maiskörnern, Tomaten, Karotten, Orangen, aber auch im Gefieder von Vögeln (z.B. Flamingos), sowie in Fischen, Krebsen und Seesternen. Die heute synthetisch hergestellten Carotinoide sind mit den natürlichen Substanzen identisch und werden vom Organismus der Tiere in gleicher Weise verarbeitet wie die natürlichen Carotinoide.

Vitamin D (D2 Ergocalciferol, D3 Cholecalciferol)
Die D Vitamine werden Calciferol genannt und sind als Vitamin D2 (Ergocalciferol) und Vitamin D3 (Cholecalciferol) bekannt. Die Bezeichnung Calciferol für die Vitamine D ist wegen der Fähigkeit dieser Vitamine entstanden die Resorption von Calcium zu fördern.
Das natürliche Vorkommen des Vitamins D3 ist wie beim Vitamin A auf tierische Futtermittel beschränkt und vor allem in Seetierölen zu finden. Vitamin D2 ist in lebenden Pflanzen nur in sehr geringem Umfang zu finden. Erst bei der Trocknung der Pflanzen unter Sonnenbestrahlung wird in diesen das Vitamin D2 gebildet. Die wichtigste Aufgabe der Vitamine D besteht in der Regulierung des Calcium- und Phosphorstoffwechsels. Bezüglich ihrer antirachitischen Wirkung sind das Vitamin D2 und das Vitamin D3 bei Säugetieren fast gleichwertig. Bei der Verfütterung an Geflügel hat sich jedoch gezeigt, daß das Vitamin D3 gegenüber dem Vitamin D2 eine etwa 30-fach stärkere Wirkung aufweist. Aus diesem Grund wird bei allen Geflügelfuttersorten das Vitamin D3 verwendet, da gleichzeitig auch die Speicherfähigkeit in der Leber beim Vitamin D3 in größerem Umfang möglich ist. Das Vitamin D ist an den Verkalkungsvorgängen der Knochen beteiligt, trägt maßgeblich zur Regulierung des Calcium- und Phosphorgehaltes im Blutplasma bei und fördert die Resorption von Calcium und die Verkalkung von Eischalen beim Vogel.

Vitamin-D-Mangel: Zu Ausfallerscheinungen wegen eines Mangels an Vitamin D kommt es in erster Linie bei Tieren die in sonnenarmer Umgebung aufwachsen, die nur ungenügend mit Calcium und Phosphaten versorgt werden oder bei denen ein ungünstiges Mengenverhältnis beider Elemente im Futter besteht. Vitamin-D-Mangel führt bei Jungtieren zu einer Verminderung des Knochenwachstums und zur Rachitis. Bei erwachsenen Tieren kann es nach einem länger anhaltenden Vitamin-D-Mangel zu einer Knochenerweichung, der Osteomalazie, kommen.

Vitamin E
Vitamin E wird von Pflanzen gebildet. Eine Vitamin-E-Wirksamkeit ist von vielen verschiedenen Verbingungen bekannt. Die wirksamste Verbindung stellt das Alpha-Tocopherol dar, welches in den chlorophyllhaltigen Pflanzenzellen in relativ hohen Konzentrationen vorkommt. Alle anderen Tocopherol-Verbindungen weisen nur eine etwa 20- bis 1-prozentige Wirkung gegenüber dem Alpha-Tocopherol auf. Aus diesem Grund wird auch in der Geflügelernährung nur die Verbindung Alpha-Tocopherol verwendet. Vitamin E hat Einfluß auf den Gesamtstoffwechsel der Tiere, sowie auf deren Fruchtbarkeit. Es übernimmt Schutzfunktionen für einige andere Wirkstoffe wie z.B. für das Vitamin A, welches unter dem Schutz des Vitamins E besser resorbiert wird. Vitamin E ist vor allem für die Funktion des Nervensystems, der Muskulatur sowie der endokrinen Drüsen (Hypophyse, Nebennierenrinde) von Wichtigkeit. Der Vitamin-E-Bedarf von Vögeln ist relativ höher als der von Säugetieren.

Vitamin-E-Mangel: Bei einer Vitamin-E-Unterversorgung kommt es zu degenerativen Veränderungen an der Skelettmuskulatur, am Herzmuskel, am Bindegewebe, am Gefäßsystem, an den endokrinen Drüsen sowie an der Leber. Vitamin-E-arm ernährte Tiere sind außerdem sehr anfällig für Infektionskrankheiten. Eine ausreichende Vitamin-E-Versorgung ist auch deshalb sehr wichtig, weil einmal aufgetretene Organschäden infolge Vitamin-E-Mangels irreversibel sind und durch spätere höhere Gaben von Vitamin E nicht mehr beseitigt werden können.

Vitamin K (K1 Phyllochinon, K2 Menachinon, K3 Menadion)
Vitamin K ist zur Aufrechterhaltung eines störungsfreien Ablaufs der Blutgerinnung unentbehrlich.
In grünen Pflanzen ist das Vitamin K1 in relativ großen Mengen vorhanden. Vitamin K2 wird von zahlreichen Mikroorganismen gebildet, besonders reichlich durch die Mikroflora des Pansens, des Dünndarms und des Dickdarms. Daneben hat das synthetische, wasserlösliche Menadion (Methylnaphtochinon) als Futterzusatz eine enorme Bedeutung erlangt. Die eben genannten drei Verbindungen, die etwa die gleiche biologische Wirkung besitzen, werden im Organismus der Tiere in die aktive Form des Vitamins K übergeführt.
Das Vitamin K fördert die Bildung des Prothrombins und verschiedener anderer Gerinnungsfaktoren in der Leber. Die Gerinnungsfähigkeit des Blutes wird bei einem Vitamin-K-Mangel herabgesetzt, so daß bereits kleinere Verletzungen zu ausgedehnten Blutungen führen. Vitamin K wird deshalb auch als Gerinnungsvitamin oder Koagulationsvitamin bezeichnet.

Vitamin-K-Mangelerscheinungen können auftreten, wenn eine ausreichende Synthese durch die Darmflora nicht gewährleistet ist, wie dies z.B. bei der Verabreichung von Antibiotika oder Sulfonamiden der Fall ist. Der Bedarf an Vitamin K ist dann um ein Mehrfaches erhöht, so daß eine Vitamin-K-Zufuhr während einer Behandlung mit Antibiotika oder Sulfonamiden obligatorisch sein sollte. Vor allem Zuchtvögel müssen mit einer ausreichenden Menge an Vitamin K versorgt werden, da bei frisch geschlüpften Jungvögeln der Vitamin-K-Vorrat in der Leber nur äußerst gering ist, wenn der Gehalt der Bruteier an Vitamin K gering war.

Vitamin C (Ascorbinsäure)
Das Vitamin C wird vereinzelt wegen seiner skorbutverhütenden Wirkung beim Menschen auch als antiskorbutisches Vitamin bezeichnet.
Ein hoher Gehalt an Vitamin C ist in allen grünen Pflanzen, in vielen Früchten sowie im Gemüse zu finden. Das tierische Gewebe hat nur eine geringe Speicherwirkung des Vitamins C.
Fast alle Tiere, mit Ausnahmen der Primaten (auch der Mensch), sowie Meerschweinchen und Reh, können das Vitamin C aus Glucose selbst synthetisieren, da sie die hierzu notwendigen Enzyme besitzen.
Vitamin C ist für die Bildung und den Stoffwechsel des Bindegewebes von großer Bedeutung. Es ist beteiligt an der Bildung einzelner Hormone, sowie bei der Zellatmung.
Wie bereits erwähnt, kann es praktisch bei fast allen Tieren nie zu einem echten Vitamin-C-Mangel kommen. Dies bedeutet jedoch nicht, daß eine Vitamin-C-Zufuhr im Organismus des Tieres keine positiven Auswirkungen hat. Da die Speicherfähigkeit des Vitamins C in der Leber (Säugetiere) oder in der Niere (Vögel) nur sehr gering ist, kann es in sogenannten Streßsituationen (Erkrankung, Transport, usw.) dazu kommen, daß die Eigensynthese des Organismus zur Erstellung von ausreichend Vitamin C nicht mehr ausreicht. Aus diesem Grund sollte auch Vitamin C in einer Vitaminzusammenstellung nicht fehlen da ein Überangebot an Vitamin C vom Tier über den Urin wieder ausgeschieden wird. Bei Geflügel kommt dem Vitamin C besonders unter Hitzebelastung eine besondere Bedeutung zu und sollte daher generell in der Sommermonaten und bei der Kükenfütterung dem Futter zugesetzt/ergänzt werden. Bei Legegeflügel verbessert Vitamin C unter Hitzestress die Eischalenqualität.

Der Vitamin-B-Komplex
Zur Gruppe der B-Vitamine zählen in der Struktur sehr unterschiedliche, wasserlösliche Verbindungen, von denen acht essentielle Bedeutung für den Stoffwechsel der Tiere besitzen. Bei der Behandlung erkrankter Tiere mit Antibiotika oder Sulfonamiden werden die Vitamine des B-Komplexes besonders stark angegriffen und müssen dann zur Unterstützung des bereits geschwächten Organismus besonders reichlich dem Futter zugesetzt werden. Außer bei Wiederkäuern und bei Pferden ist die Resorption der B-Vitamine aus dem Dickdarm bei allen anderen gehaltenen Tieren nicht in ausreichendem Maße möglich, so daß eine Mangelversorgung mit den Vitaminen des B-Komplexes zur Hypovitaminose führt. Vitamin B1 (Thiamin) Das Vitamin B1 wird wegen seiner Bedeutung für die Funktion des Nervensystems als antineuritisches Vitamin bezeichnet. Vitamin B1 ist in den meisten tierischen und pflanzlichen Futtermitteln ausreichend vorhanden. Die Funktion des Verdauungstrakts und der Kohlenhydratstoffwechsel werden durch des Vitamin B1 wesentlich beeinflußt. Dies bedeutet, daß bei einer kohlenhydratreichen Fütterung auch der Anteil des Vitamins B1 wesentlich höher sein muß.
Vitamin-B1-Mangel zeigt sich in allgemeiner Schwäche, verringerter Futteraufnahme, somit Gewichtsverlust und Wachstumshemmung, sowie in nervösen Störungen, in Störungen des Blut- und Kreislaufsystems und des Verdauungstrakts. Zustände, die einen erhöhten Stoffwechsel bedingen, wie Trächtigkeit, Brutzeit oder Erkrankungen, erfordern eine erhöhte Vitamin-B1-Zufuhr. Auch Magen-Darm-Störungen, die häufig eine Verringerung der Resorptionsfähigkeit der Darmwand verursachen, so daß Vitamine nur noch bedingt aufgenommen werden können, haben einen erhöhten Vitamin-B1-Bedarf zur Folge.

Vitamin B2 (Riboflavin)
Vitamin B2 ist in tierischen und pflanzlichen Futtermitteln weit verbreitet. Besonders reichlich kommt es im Grünfutter, in der Hefe sowie in den inneren Organen der Tiere vor. Die Absorption des Riboflavins erfolgt im Dünndarm.
Bei der Vogelhaltung lassen sich Vitamin-B2-Mangelerkrankungen am ehesten beobachten. Ein deutliches Anzeichen für einen Vitamin-B2-Mangel ist die sogenannte Faustbildung beim Vogel, die an stark einwärts gekrümmten Zehen zu erkennen ist.
Weitere Symptome einer Vitamin-B2-Mangelerkrankung sind schlechte Futterverwertung, Wachstumsstörungen und schließlich Stillstand des Wachstums, Verkrustungen am Schnabel, Darmkatarrh mit Durchfall, verringerte Gelegegröße, Herabsetzung der Schlupffähigkeit sowie lebensschwache Jungvögel. Vogelzüchter sollten stets auf die ausreichende Versorgung ihrer Zuchttiere mit dem Vitamin B2 sorgen, da der Riboflavin-Gehalt in den Bruteiern von wesentlicher Bedeutung ist. Das Absterben der Embryonen, kleine, schlechtwachsende und krankeitsanfällige Jungvögel sind die Folgen eines Vitamin-B2-Mangels.

Vitamin B6 (Pyridoxin, Pyridoxal, Pyridoxamin)
Pyridoxin ist der Sammelbegriff für verschiedene Pyridinderivate, die alle als Vitamin wirksam sind. Vitamin B6 kommt aber auch als Aldehyd (Pyridoxal) sowie als Amin (Pyridoxamin) vor. Pyridoxin kommt vorwiegend in den pflanzlichen Futtermitteln vor, während Pyridoxal und Pyridoxamin in tierischen Futtermitteln vorhanden sind.

Das Vitamin B6 ist in erster Linie für einen geordneten Ablauf des Eiweißstoffwechsels verantwortlich und beeinflußt auch die Energieumsetzung. Vitamin B6 wird zur Synthese der Fette benötigt und zeigt bei seinem Mangel einen Rückgang des Fettgehalts und des Körpergewichts. Durch die Tatsache, daß des Vitamin B6 an so vielen lebenserhaltenden Prozessen beteiligt ist, zeigt sich ein Vitamin-B6-Mangel in einer Vielzahl von Reaktionen.
Bei einem Mangel an Vitamin B6 kommt es zu einem Rückgang der Futterverwertung und demzufolge zu einem Wachstumsstillstand. Ebenso kann es zu einer Abnahme des Hämoglobins und so zu einer Anämie kommen. Ein deutliches Zeichen eines Vitamin-B6-Mangels sind Übererregbarkeit, Schräghalten des Kopfes und schwere Krämpfe. Da die Pyridoxinform beim Vogel biologisch wirksamer ist als die beiden anderen Formen, wird bei der Herstellung aller Geflügelfutter Pyridoxin als Vitamin B6 eingesetzt.

Vitamin B12 (Cyanocobalamin)
Eine Besonderheit hinsichtlich des Vorkommens des Vitamins B12 besteht darin, daß es in chlorophyllhaltigen pflanzlichen Zellen nicht gebildet wird. Die Synthese des Vitamins B12 erfolgt ausschließlich durch verschiedene Mikroorganismen, die u.a. im Dickdarm der Pflanzenfresser in beträchtlichem Umfang vorkommen. Das Vitamin B12 wird in allen Organen und Geweben eingelagert, deshalb sind die meisten tierischen Proteine sehr reich an diesen Verbindungen.
Vitamin B12 nimmt entscheidenden Einfluß auf alle Stoffwechselvorgänge. Die Zuführung des Vitamins B12 wirkt sich positiv auf die Leistung und Futterverwertung bei proteinarmen Rationen aus. Bei sehr fettreichem Futter kann die Zuführung von Vitamin B12 dessen Verarbeitung im Organismus des Tieres wesentlich verbessern.
Bei einem Mangel an Vitamin B12 kommt es zu krankhaften Veränderungen des Blutbildes, zu Hautentzündungen, zu Entzündungen der Mundschleimhaut und zu Bewegungsstörungen.
Der Vogelzüchter sollte seine Zuchttiere stets mit ausreichend Vitamin B12 versorgen, da bei einer Unterversorgung mit diesem Vitamin die Schlupfrate um über 50% sinkt, geschlüpfte Jungvögel häufig Deformierungen zeigen, sowie Verfettungen von Leber, Nieren und Herz aufweisen.

Biotin (Vitamin H)
Biotin wird in der Literatur auch häufig als Vitamin H bezeichnet. Dieses Vitamin kommt in Hefen und pflanzlichen Stoffen an Lysin gebunden und in tierischen Zellen an Protein gebunden, vor.
Biotin ist in sehr kleinen Mengen in allen tierischen und pflanzlichen Futtermitteln nachweisbar und wird von den Tieren auch nur in niedrigen Mengen benötigt. Von den tierischen Produkten sind Leber, Niere und Eigelb besonders biotinreich. Avidin, ein Protein, welches im Eiklar enthalten ist, verhindert die Resorption des Biotins. Ebenso wird die Biotinversorgung durch ranzige Fette im Futter, sowie durch hohe Anteile an ungesättigten Fettsäuren beeinträchtigt.

Biotin ist an einer Vielzahl wichtiger Stoffwechselfunktionen im Organismus der Tiere beteiligt und unterstützt besonders die Proteinsynthese und den Kohlehydratstoff-wechsel.
Biotinmangel führt zu charakteristischen Hautveränderungen, das Fell wird struppig und es kommt zu Haarausfall. Beim Vogel werden borkige Auflagerungen an den Zehenspalten und am Schnabel sowie Entzündungen beobachtet. Bei Hunden kann es bei einem Biotinmangel zu Störungen im zentralen Nervensystem kommen.

Folsäure
Folsäure ist praktisch in allen Futtermitteln außer Tapiokamehl vorhanden. Insbesondere Trockenfutterhefe, Soyaextraktionsschrot und Fischmehl enthalten reichhaltige Mengen dieses Vitamins.
Folsäure ist am Eiweißstoffwechsel, insbesondere am Aufbau der Zellkerne beteiligt. Daneben spielt Folsäure eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung der normalen Schleimhautfunktion im Verdauungstrakt. Neben dem Vitamin C und dem Vitamin B12 ist Folsäure maßgeblich am Aufbau der roten Blutkörperchen beteiligt und fördert die Antikörperbildung.
Ein Mangel an Folsäure führt, wie bei fast allen Vitaminen des B-Komplexes, zu Wachstumsstörungen. Weitere Mangelsymptome sind struppiges Federkleid, Haarausfall sowie Störungen der Fortpflanzung. Bei der Vogelhaltung läßt sich bei einem Folsäuremangel eine wesentlich verminderte Schlupfrate erkennen, die sich bereits nach einem 5 - 6-wöchigen Folsäuremangel auswirkt.

Nicotinamid / Nicotinsäure (Niacin)
Sowohl Nicotinamid als auch die Nicotinsäure sind als Vitamin wirksam, da die Nicotinsäure, die vorwiegend in Pflanzen vorkommt, in den Zellen der Tiere zu Nicotinamid übergeführt wird.
Der Nicotinsäurebedarf kann zu einem wesentlichen Teil bei der Umwandlung der Aminosäure Tryptophan gedeckt werden.
Vereinzelt wird in der Literatur die Nicotinsäure als Vitamin-PP bezeichnet. Diese Bezeichnung kam durch die Abkürzung von Pellagra-Preventive-Faktor zustande und besagt, daß ein Mangel an diesem Vitamin zur Pellagra, einer Hauterkrankung, führt. Ein Nicotinsäuremangel führt leider nicht nur zu Hauterkrankungen, sondern ist auch der Grund für schwerste Stoffwechselstörungen, die somit zu Wachstumsstörungen führen. Häufig treten bei einem Nicotinsäuremangel auch Durchfälle und Störungen im Nervensystem auf. Bei Hunden kann es bei einem Mangel an diesem Vitamin zu einer verstärkten Einlagerung von Melanin in die Zungenschleimhaut (Schwarz-Zungen-Krankheit) kommen. Bei einer einseitigen Maisfütterung kann es sehr schnell zu einem Nicotinsäuremangel kommen, da Mais nicht nur einen geringen Nicotinsäuregehalt aufweist, sondern auch arm an Tryptophan ist.

Pantothensäure
Wie bereits die Bezeichnung Pantothensäure erkennen läßt (griech.: pantothen = von allen Orten her), handelt es sich um eine in allen Futtermitteln, außer Tapiokamehl, weit verbreitete Verbindung. Einen hohen Gehalt an diesem Vitamin haben alle Grünpflanzen, Grünmehle, Hefe sowie Leber und Niere.
In der Tierernährung findet vor allem Calcium-D-Pantothenat Verwendung. Calcium-D-Pantothenat wurde auch zur Darstellung des makroskopischen bzw. mikroskopischen Erscheinungsbildes, das sie hier abgebildet sehen, verwendet. Die Pantothensäure ist Bestandteil des Koenzyms A, welches beim Stoffwechsel der Kohlehydrate und der Fette eine wichtige Funktion übernimmt.
Ein Mangel an Pantothensäure führt zu Störungen im Zellstoffwechsel, zu entzündlichen Veränderungen an den Schleimhäuten, sowie zur Herabsetzung der Widerstandsfähigkeit gegenüber Infektionskrankheiten und Parasitenbefall. Ebenso werden bei einem Pantothensäuremangel Haut- und Haarveränderungen beobachtet; es kommt zu Störungen in der Funktion der Nebennierenrinde und zu Störungen der Fortpflanzung und Embryonalentwicklung. Bei der Vogelzucht ist darauf zu achten, daß die Elterntiere schon zu Zuchtbeginn mit genügend Pantothensäure versorgt werden, da sich eine Unterversorgung mit diesem Vitamin schon im Brutei auswirkt und durch erhöhte Embryonen-Sterblichkeit oder schwächliche Jungtiere deutlich wird.

Cholin
Cholin hat nicht für alle Tierarten Vitamincharakter, da es bei ausreichendem Angebot von Methionin, Folsäure und Vitamin B12 von den meisten Tierarten ersetzt werden kann; Cholin kann deshalb nur bedingt zu den Vitaminen gerechnet werden. Cholin sollte jedoch bei der Vitaminversorgung der Vögel, zumindest in den ersten Lebenswochen nicht fehlen, da bei Jungvögeln der Bedarf an Cholin durch Eigensynthese noch nicht in ausreichendem Maße gedeckt werden kann. Der Cholinanteil in den meisten, den Tieren angebotenen Futtermitteln ist im Vergleich zu anderen Vitaminen wesentlich größer. Dies gilt besonders für die den Vögeln angebotenen Futtermitteln.
Ein Cholinmangel kann zu einer Wachstumshemmung führen, sowie an einem ungenügenden Fettabbau beteiligt sein.

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Weender Rohnährstoffe und weitere stickstofffreie Fraktionen
Grundlage der Ermittlung der wertbestimmenden Bestandteile eines Futtermittels,
das gilt für Einzelfuttermittel ebenso wie für Mischfuttermittel, ist die Weender Analyse.

Auf klassisch nasschemische Art werden dabei im eigentlichen Sinne nur die Trockenmasse (T), die Rohasche (XA), das Rohprotein (XP), das Rohfett (XL) und die Rohfaser (XF) bestimmt. Die entsprechenden analytischen Verfahren sind das Trocknen, das Veraschen, die N-Analyse, die Fettextraktion und die Rohfaserbestimmung. Das Rohwasser (keine offizielle Abkürzung), die Organische Masse (OM) und die N-freien Extraktstoffe (XX) werden durch Differenzrechnung ermittelt.
Da sich die Futtermittelbewertung im Laufe der Zeit durch neue Erkenntnisse und bessere analytische Möglichkeiten weiter entwickelt hat, muss man diese Fraktionen heute um folgende erweitern:

                Rohstärke und stärkeähnliche Substanzen (S)
                Zucker, berechnet als Saccharose, bei Milch und Milchprodukten als Laktose (Z)
                Saure-Detergentien-Faser (ADF)
                Neutrale-Detergentien-Faser (NDF), welche für Geflügel eigentlich ohne Bedeutung ist
                Organischer Rest (OR), dieser wird berechnet OR = OM-(XP+XL+S+Z+ADF)

Aminosäuren
Zur Fraktion des Rohproteins (XP=Nx6,25) gehören die Aminosäuren sowie verschiedene Nicht-Protein-Stickstoffverbindungen (NPN). Für die Erhaltung und die Proteinsynthese (Fleischansatz, Eiproduktion, Gefieder) benötigen die Monogastrier, zu denen das Geflügel gehört, Aminosäuren in bestimmter Menge und in einem bestimmten Verhältnis zueinander. Dabei sind die Tiere und der Mensch in der Lage, Aminosäuren des Futters/Nahrung in körpereigene Aminosäuren umzuwandeln (nichtessentielle Aminosäuren). Im Unterschied dazu können jedoch bestimmte Aminosäuren nicht synthetisiert werden. Diese essentiellen Aminosäuren müssen im Futter enthalten sein, um die genetisch vorprogrammierte Proteinsynthese zu ermöglichen. Die Aminosäure – die im Vergleich zum Bedarf des Tieres im Futter in der geringsten Menge vorhanden ist, limitiert die körpereigene Eiweißsynthese. Für das wachsende Geflügel ist das schwefelhaltige Methionin die erstlimitierende Aminosäure und für die Legehenne ist es Lysin.
Die essentiellen Aminosäuren sind:

                            Lysin                          Isoleucin
                            Methionin                   Leucin
                            Threonin                     Histidin
                            Tryptophan                 Phenylalanin
                            Valin                           Arginin


Sogenannte halbessentielle Aminosäuren sind beim Geflügel Cystin, das durch Methionin ersetzt werden kann und Tyrosin, das durch Phenylalanin ersetzt werden kann. Für eine angepasste Versorgung monogastrischer Tiere ist eine Bewertung des Proteins bzw. der Aminosäuren auf der Basis ihrer Verdaulichkeit anzustreben. Für die Empfehlungen der Versorgung der Schweine hat die GfE (= Gesellschaft für Ernährungsphysiologie) in 2006 die Bewertung der Aminosäuren auf der Basis ihrer praecaecalen Verdaulichkeit (auch als „ileal“ oder „dünndarm“ verdaulich bezeichnet) eingeführt. Hier werden sowohl endogene Verluste durch Verdauungsenzyme und Darmabschilferungen als auch eine futtermittelspezifische Beeinflussung der Aminosäurenverdaulichkeit berücksichtigt. Da für das Geflügel solche Werte für die praecaecale Aminosäurenverdaulichkeit kaum vorliegen, muss vorerst bei der Bewertung der Futtermittel auf den Gehalt an Bruttoaminosäuren zurückgegriffen werden.

Futterenergie
Alle Vorgänge im lebenden Körper verbrauchen Energie. Im Gegensatz zu Pflanzen, die über die Möglichkeit der Photosynthese zur Energiegewinnung verfügen, müssen Tiere die notwendige Energie über das Futter zu sich nehmen. Dabei wird aus den Nährstoffgruppen Fette, Kohlenhydrate und Proteine durch unterschiedlich effektive Verbrennungsvorgänge Energie aus der Nahrung synthetisiert. Deshalb muss zur Bestimmung des Energiegehaltes der Nahrung neben dem Gehalt an diesen Hauptnährstoffen die futtermittelabhängige Effektivität von deren „Verbrennung“ (Kohlenstoffoxidierung) Berücksichtigung finden.
Bei der Bewertung der Effektivität müssen drei unterschiedliche Ebenen berücksichtigt werden:

                   1. Der Anteil an verdaulichen Hauptnährstoffen. Das heißt, welche Struktur
                       haben die drei Hauptnährstoffe und welche Möglichkeiten ihrer Absorption
                       während der Verdauungstraktpassage ergeben sich für das Tier daraus.

                   2. Durch unterschiedliche „logistische“ Aufwendungen beim Umbau in zur
                       Energiegewinnung nutzbare Strukturen der Hauptnährstoffe und der
                      „Entsorgungsaufwendungen“ dabei anfallender Nebenprodukte, gibt es  
                       Energieverluste. Diese schlagen sich vor allem in der Harnzusammensetzung
                       nieder.

                   3. Grundlage bei der „Verbrennung“ aller drei Hauptnährstoffe ist der Kohlenstoff (C),
                       der in Form von CO2 über die Atemluft „entsorgt“ wird. Im Fall der Verbrennung
                       von Proteinen fällt jedoch auch noch Stickstoff (N) an, der auf energetisch
                       aufwendige Weise über Leber und Niere „entsorgt“ werden muss.
                       Setzt sich das Futter im Verhältnis zum Bedarf des Tieres aus zu wenig
                       Kohlenhydraten und Fett und zuviel Protein zusammen, muss die bei der
                       Stickstoffentsorgung (unnütz) entstehende Wärmeenergie abgeführt werden.

Die Verwertung der Bruttoenergie des Futters kann man beim Geflügel entsprechend der Stufen in der Abbildung 1.2 darstellen, wobei der Protein- und Fettansatz bei der Legehenne in erster Linie die Eibildung darstellt.
Abb. 1.2: Energiestufen